Schützenfest in Salwey – wenn ein ganzes Tal zusammenkommt

Es gibt Termine, die stehen im Kalender. Und es gibt solche, die man im Salweytal eigentlich gar nicht erst eintragen muss. Das Schützenfest gehört dazu. Wenn am ersten Juliwochenende die Fahnen in Nieder- und Obersalwey wehen, die ersten Märsche durchs Tal klingen und sich die Schützenhalle füllt, ist allen klar: Es ist Schützenfest in Salwey.
Für viele bedeutet das mehr als ein Fest. Es ist ein Wiedersehen mit Heimat, Familie und alten Bekannten. Menschen kehren zurück, die längst woanders leben, und für ein paar Tage rückt alles enger zusammen.
Schützenfest im Sauerland
Im Sauerland braucht man das Schützenwesen kaum zu erklären. Fast jedes Dorf hat seine eigene Bruderschaft, seine Rituale und seine ungeschriebenen Regeln: König und Königin, Fahnen, Musik, Festzüge, Vogelschießen und die Schützenhalle als Mittelpunkt. Doch entscheidend ist nicht das Programm, sondern das, was dahintersteht: Gemeinschaft über Generationen hinweg. Jungschützen stehen neben langjährigen Mitgliedern, Kinder warten auf den Kindertanz, und überall entstehen Gespräche, die oft nur einmal im Jahr weitergeführt werden. Genau das prägt die Feste im Sauerland – und auch in Salwey.
Seit 1922 in Salwey
Die Schützenbruderschaft St. Sebastian Salwey wurde 1922 gegründet. Bereits wenige Wochen später fand das erste Schützenfest statt. Seitdem hat sich vieles verändert: Orte, Menschen, die Halle und der Ablauf des Festes wurden immer wieder angepasst. Geblieben ist jedoch der Kern. Auch schwierige Zeiten hinterließen Spuren. 1923 fiel das Fest wegen der wirtschaftlichen Lage aus, von 1939 bis 1946 kriegsbedingt ebenfalls. Nach der Neugründung 1947 verzichtete man noch einmal auf eine Feier, bevor 1948 – nur wenige Tage nach der Währungsreform – wieder Schützenfest gefeiert wurde. Dass dies möglich war, zeigt, welchen Stellenwert das Fest schon damals hatte.
Wandel über die Jahrzehnte
Ein Blick in alte Aufzeichnungen zeigt: Das Schützenfest war nie statisch. 1957 wurde erstmals der dreitägige Ablauf festgeschrieben. Davor wechselten die Festtage mehrfach – 1926 wurde an zwei Tagen gefeiert, 1927 sogar mitten in der Woche. Auch die Festzüge hatten früher ein anderes Gewicht. 1951 wurde sogar festgehalten, dass unentschuldigtes Fernbleiben mit einer Geldstrafe geahndet werden sollte – heute kaum vorstellbar.
Der Montag im Wandel
Besonders deutlich wird der Wandel am Schützenfestmontag. Früher gehörte auch hier ein Festzug dazu, der nach dem Vogelschießen stattfand. 1993 verhinderte ein Wolkenbruch den regulären Ablauf, es blieb nur eine „kleine Ehrenrunde“. Ein Jahr später folgte die entscheidende Änderung: Der Montagsfestzug wurde abgeschafft, um den Ablauf zu vereinfachen und den König zu entlasten. Seitdem wird der Montag ohne Unterbrechung gemeinsam ausgefeiert.
Ausfeiern statt Umzug
Heute steht der Montag ganz im Zeichen des Zusammenseins. Nach Frühstück, Vogelschießen, Proklamation und Königstanz bleibt man beisammen. Die Anspannung fällt ab, Gespräche entstehen, und irgendwann stellt jemand fest: „Eigentlich könnten wir langsam nach Hause.“ Was im Sauerland bekanntlich selten bedeutet, dass wirklich jemand geht.
Der Moment des Vogelschießens
Kaum ein Augenblick ist so prägend wie das Vogelschießen. Minutenlang herrscht Spannung unter der Stange, dann fällt der letzte Rest. Jubel, Musik, Gratulationen – und plötzlich steht fest, wer König wird. Für das neue Königspaar beginnt damit ein besonderes Jahr, in dem es die Bruderschaft und das Tal repräsentiert. Namen wechseln, die Tradition bleibt.
Jugend als Teil der Zukunft
Damit das Schützenwesen weiterlebt, braucht es die nächste Generation. Deshalb wurde 2006 der Jungschützenkönig eingeführt – zunächst als Versuch, heute fester Bestandteil des Festes.Nur wenn junge Menschen aktiv mitmachen, bleibt die Tradition lebendig.
Wenn das Dorf sich verändert
In den Tagen vor dem Fest wird überall gearbeitet: geschmückt, vorbereitet, organisiert. Dann erklingt die Musik, und das Dorf verändert sein Gesicht. Bei den Festzügen stehen Menschen an den Straßen, Kinder winken, und Königspaar, Schützen und Musiker ziehen gemeinsam durch die Orte. Für kurze Zeit wird das ganze Tal zur Bühne seines eigenen Festes.
Wiedersehen im Mittelpunkt
Ein besonderer Reiz liegt im Wiedersehen. Ehemalige Salweyer kehren zurück, Freunde treffen sich wieder, und oft reichen wenige Worte, um an alte Gespräche anzuknüpfen. „Mensch, dich hab ich ja ewig nicht gesehen!“ Und schon ist alles wieder vertraut.
Tradition im Wandel
Die Geschichte zeigt: Tradition bedeutet nicht Stillstand. Abläufe wurden verändert, Tage verschoben, neue Elemente eingeführt und andere aufgegeben. Der Montagsfestzug ist nur ein Beispiel dafür. Was früher selbstverständlich war, kennen viele heute nur noch aus Erzählungen. Entscheidend ist nicht die Unveränderlichkeit, sondern das gemeinsame Erleben.
Mehr als ein Ablauf
Ein Schützenfest lässt sich leicht in Stationen beschreiben: Antreten, Festzug, Messe, Frühschoppen, Vogelschießen, Proklamation, Königstanz, Festball.
Doch das eigentliche Fest besteht aus mehr: aus Musik im Tal, Gesprächen am Straßenrand, dem ersten Wiedersehen, der Spannung unter der Stange und den Geschichten, die jedes Jahr neu entstehen.
Ein Stück Heimat
Seit über 100 Jahren gehört das Schützenfest zum Salweytal. Vieles hat sich verändert, und vieles wird sich weiter verändern. Doch solange Menschen zusammenkommen, Musik durchs Tal klingt und Generationen gemeinsam feiern, bleibt der Kern erhalten:
Es ist und bleibt ein Stück Salwey.
Salwey – Majestäten
St. Sebastian Schützenbruderschaft Salwey
Unsere Majestäten
Die Schützenkönige, Jungschützenkönige, Kaiser und Gemeindekönige aus der Geschichte der Bruderschaft.
Schützenkönige


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Salwey-Aktiv sucht alte Schützenfestfotos!
Das Schützenfest gehört seit Generationen fest zum Salweytal. Viele Erinnerungen daran schlummern heute noch in Fotoalben, Schubladen und Kartons. Genau diese Bilder möchten wir gerne sammeln und für die Zukunft erhalten.
Gesucht werden alte Aufnahmen aus vergangenen Jahrzehnten
Wir suchen Fotos vom Salweyer Schützenfest aus möglichst vielen Jahrzehnten – ganz egal, ob Schwarz-Weiß-Foto, Farbabzug oder Dia.
Besonders interessant sind Aufnahmen von:
- alten Festzügen
- dem früheren Montagsfestzug
- dem Vogelschießen
- Königspaaren und Hofstaat
- der Schützenhalle
- Musikvereinen und Schützen
- Zuschauern am Straßenrand
- dem Dorf während der Festtage
- besonderen Momenten und alten Traditionen
Wer hat noch Fotos vom Montagsfestzug?
Ein ganz besonderer Schwerpunkt liegt auf dem früheren Montagsfestzug.
Bis in die 1990er-Jahre gehörte auch am Schützenfestmontag noch ein Festzug zum festen Ablauf. Heute wird nach dem Vogelschießen und der Proklamation gemeinsam weitergefeiert.
Gerade von diesem früheren Ablauf würden wir gerne alte Aufnahmen zeigen.
Vielleicht liegt bei euch zu Hause noch ein Foto aus den 1970er-, 1980er- oder frühen 1990er-Jahren, auf dem der Montagsfestzug durch Nieder- oder Obersalwey zu sehen ist.
Solche Bilder wären für unsere historische Dokumentation besonders wertvoll.
Die Originalfotos bleiben selbstverständlich bei euch
Niemand muss alte Familienfotos oder Fotoalben dauerhaft abgeben.
Die Bilder können von uns eingescannt oder digitalisiert werden und werden anschließend selbstverständlich wieder zurückgegeben.
Wer bereits digitale Aufnahmen besitzt, kann uns diese natürlich auch direkt zur Verfügung stellen.
Wir möchten ein digitales Schützenfestarchiv aufbauen
Aus einzelnen Bildern soll langfristig mehr entstehen.
Unser Ziel ist ein digitales Archiv zur Geschichte des Salweyer Schützenfestes – mit Aufnahmen aus möglichst vielen Jahrzehnten.
Zum Beispiel:
1930er | 1940er | 1950er | 1960er | 1970er | 1980er | 1990er | 2000er | heute
So soll nach und nach eine Bildersammlung entstehen, die zeigt, wie sich das Schützenfest, die Festzüge, die Kleidung, die Schützenhalle und auch das Dorf selbst im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Wer ist auf dem Foto zu sehen?
Besonders schön wäre es, wenn ihr zu den Bildern noch ein paar Informationen geben könnt.
Zum Beispiel:
- Aus welchem Jahr stammt das Foto?
- Was ist darauf zu sehen?
- Wer sind die abgebildeten Personen?
- Welches Königspaar ist zu sehen?
- Wo im Salweytal wurde das Bild aufgenommen?
Auch wenn ihr das genaue Jahr nicht mehr wisst: Kein Problem. Oft können andere Salweyer später dabei helfen, Personen oder Zeiträume zuzuordnen.
Also: Schaut doch einmal in die alten Fotoalben!
Vielleicht findet sich dort ein Bild, das seit Jahrzehnten niemand mehr gesehen hat.
Ein alter Festzug, ein Königspaar, das Vogelschießen, ein Blick in die frühere Schützenhalle oder eine Aufnahme vom Montagsfestzug.
Mit eurer Hilfe möchten wir diese Erinnerungen bewahren und für kommende Generationen sichtbar machen.
Wer alte Fotos vom Salweyer Schützenfest besitzt und sie für unser digitales Archiv zur Verfügung stellen möchte, darf sich gerne bei Salwey-Aktiv melden.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. Jedes Foto kann ein kleines Stück Salweyer Geschichte erzählen.
St. Sebastian Salwey
St. Sebastian e.V. Salwey 1922
59889 Eslohe - Niedersalwey
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E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. -
Website:
100 Jahre - Glaube Sitte Heimat
Das Buch zum Jubiläum
100 Jahre – Glaube, Sitte, Heimat.
Das Jubiläumsbuch zur Geschichte des Schützenvereins ist weiterhin erhältlich.
Anfragen zum Kauf bitte direkt an den Schützenverein richten.



