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Schloss Obersalwey
Mitten in Obersalwey liegt eines der geschichtsträchtigsten Gebäude des Salweytals: Schloss Obersalwey, historisch auch als Haus Obersalwey bezeichnet. Seine Geschichte reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück und ist eng mit verschiedenen westfälischen Adelsfamilien verbunden.
Dabei war das Schloss keineswegs immer nur herrschaftlicher Wohnsitz. Im Laufe der Jahrhunderte war es Adelssitz, Mittelpunkt eines Gutshofes, Sitz einer Forstverwaltung, Schlosshotel und sogar Standort eines Studios für Werbefotografie.



Schloss Obersalwey auf einen Blick
Obersalwey, Gemeinde Eslohe
Schloss Obersalwey / Haus Obersalwey
um 1540
1820 unter Wilhelm von Schade
nach dem Brand von 1834
Adelssitz, Gutshof, Forstverwaltung, Schlosshotel und Werbefotostudio
seit 1984
Im Besitz der Familie Graf von Spee
Die Geschichte des Adelssitzes reicht bis etwa in das Jahr 1540 zurück. In dieser Zeit entstand unter Jost von Schade und seiner Ehefrau Maria von Cobbenrade ein Vorgängerbau des heutigen Schlosses.
Die Familie von Schade gehörte zum alten westfälischen Adel. Eine Linie der Familie war eng mit Salwey verbunden und wird als Schade-Salwey bezeichnet. Das Stammgut dieser Linie befand sich bereits seit etwa 1500 in Salwey.
Damit entstand mitten im heutigen Obersalwey ein adeliger Herrensitz, dessen Geschichte über mehrere Jahrhunderte eng mit dem Ort verbunden bleiben sollte.
Ein entscheidendes Jahr für das Erscheinungsbild des Schlosses war 1820. Unter Wilhelm von Schade wurde das Gebäude umgestaltet und erhielt jene Form, die auch für den späteren Wiederaufbau maßgeblich wurde.
Lange Bestand hatte dieser Bau allerdings nicht. Bereits wenige Jahre später wurde das Schloss von einem schweren Brand getroffen.
Im Jahr 1834 wurde das Schloss durch einen Brand zerstört. Die Familie von Schade ließ das Herrenhaus anschließend nach historischem Vorbild wiederaufbauen.
Das heutige Schloss ist deshalb das Ergebnis verschiedener Bauphasen. Seine Geschichte beginnt im 16. Jahrhundert, seine prägende Gestalt erhielt es zu Beginn des 19. Jahrhunderts und nach dem Brand von 1834 entstand der Bau, der das Erscheinungsbild bis heute bestimmt.
Das Herrenhaus ist ein rechteckiger, zweigeschossiger und weiß verputzter Bau. Über dem Gebäude erhebt sich ein hohes Walmdach. Die Hauptfassade wird durch sieben Fensterachsen gegliedert und wirkt dadurch ausgesprochen regelmäßig und symmetrisch.
In der mittleren Achse befindet sich der Haupteingang. Eine zweiläufige Freitreppe führt hinauf zum Portal. Oberhalb des Eingangs wird die Mitte des Gebäudes zusätzlich durch einen kleinen Dreiecksgiebel betont.
Besonders auffällig ist der Rundturm an der nordöstlichen Ecke des Herrenhauses. Er besitzt einen polygonalen Helm und wird von einer Wetterfahne bekrönt. Diese wird vermutlich in das 17. Jahrhundert datiert und könnte damit älter sein als große Teile des heutigen Herrenhauses.
Zum historischen Anwesen gehören außerdem mehrere Wirtschaftsgebäude des früheren Gutshofes. Einer der vorgelagerten Fachwerkbauten könnte ursprünglich zu einer Vorburg gehört haben. Diese Zuordnung ist allerdings nicht zweifelsfrei belegt.
Über viele Generationen blieb Schloss Obersalwey mit der Familie von Schade verbunden. Erst im Jahr 1867 endete diese lange Epoche.
Nach dem Tod ihres Mannes verkaufte Friederike von Schade den Besitz. In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Anwesen mehrfach den Eigentümer.
Zu den Familien, die in der weiteren Geschichte mit Schloss Obersalwey verbunden waren, gehörten unter anderem von Rump, Landsberg-Velen-Gemen und Wrede-Meschede.
Einen weiteren bedeutenden Besitzerwechsel gab es im Jahr 1908. Anna von Wrede-Meschede heiratete Stephan Graf von Spee und brachte den Besitz damit in die Familie von Spee.
Stephan Graf von Spee war Jurist und unter anderem Landrat des Kreises Borken sowie Mitglied des westfälischen Provinziallandtages. Seinen Lebensabend verbrachte er in Obersalwey. Dort starb er 1956 im Alter von 90 Jahren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für Schloss Obersalwey ein neues Kapitel. Die Familie von Spee nutzte das Gebäude zeitweise für ihre Forstverwaltung.
Damit wandelte sich das ehemalige Herrenhaus von einem überwiegend herrschaftlichen Wohnsitz zu einem Gebäude mit praktischer Verwaltungsfunktion.
Anfang der 1960er Jahre wurden die Innenräume des Herrenhauses umgebaut und renoviert. Anschließend begann eine der wohl ungewöhnlichsten Episoden in der Geschichte des Schlosses.
Die Privatbrauerei Iserlohn pachtete Schloss Obersalwey und richtete darin ein Schlosshotel ein. Wo zuvor Adelsfamilien gelebt und später Mitarbeiter der Forstverwaltung gearbeitet hatten, wurden nun Gäste empfangen.
Für einige Jahre war das Schloss damit ein gastronomischer und touristischer Ort mitten in Obersalwey. Die Hotelnutzung dauerte allerdings nicht dauerhaft an. Nach deren Ende stand das Gebäude einige Jahre leer.
Schloss Obersalwey war im Laufe seiner Geschichte nicht nur Adelssitz. In dem Gebäude befanden sich zeitweise eine Forstverwaltung, ein Schlosshotel und später sogar ein Studio für Werbefotografie.
Im Jahr 1984 wurde Schloss Obersalwey unter Denkmalschutz gestellt. Damit wurde die besondere historische und architektonische Bedeutung des Gebäudes offiziell gewürdigt.
Nach erneuten Renovierungsarbeiten zog 1985 ein Studio für Werbefotografie in Schloss Obersalwey ein.
Damit wurden die historischen Räume erneut für einen völlig anderen Zweck genutzt. Aus Räumen, die über Jahrhunderte Adelsfamilien beherbergt, eine Forstverwaltung aufgenommen und Hotelgäste empfangen hatten, wurde nun ein professioneller Arbeitsort für Fotografen.
Heute befindet sich Schloss Obersalwey in Privatbesitz und wird privat genutzt. Eine reguläre öffentliche Besichtigung ist nicht vorgesehen.
Von außen bleibt das Ensemble dennoch eines der markantesten historischen Zeugnisse des Salweytals. Herrenhaus, Rundturm, Gutshof und Wirtschaftsgebäude erzählen von mehreren Jahrhunderten Dorf-, Adels- und Regionalgeschichte.
Von den ersten Anfängen des Adelssitzes über Brand, Besitzerwechsel, Schlosshotel und Fotostudio bis zur heutigen Nutzung: Die wichtigsten Stationen der Geschichte von Schloss Obersalwey sind hier chronologisch zusammengefasst.
Schloss Obersalwey erzählt auf vergleichsweise kleinem Raum fast fünf Jahrhunderte Geschichte. Adelsfamilien, ein schwerer Brand, Besitzerwechsel, Forstwirtschaft, Hotelgäste und professionelle Fotografen haben ihre Spuren hinterlassen.
Gerade deshalb gehört das Schloss zu den historischen Besonderheiten des Salweytals. Vieles seiner Geschichte ist dokumentiert – manches wartet möglicherweise noch darauf, anhand alter Fotografien, Unterlagen und persönlicher Erinnerungen wiederentdeckt zu werden.
Standort
Obersalwey
59889 Eslohe (Sauerland)
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InhaberGraf von Spee GbR
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Kontakt:Gut Ahausen
57413 Finnentrop
Tel.: 027 22 / 95 58 0
Fax: 027 22 / 95 58 20
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Friedrich Graf von Spee:
0151 / 58 10 98 18
info[at]graf-spee[dot]de












