Baustellen-Sommer im Sauerland: Nun wird auch die K24 bei Meinkenbracht voll gesperrt
Wer derzeit Richtung "Autobahn" unterwegs ist, braucht vor allem eines: Geduld. Während die Verbindung von Wenholthausen in Richtung Berge bereits seit Wochen gesperrt ist und ein Ende der Arbeiten bislang nicht wirklich erkennbar scheint, sorgt auch die Großbaustelle mit Ampelregelung an der Kreuzung Berge/Grevenstein/Olpe seit Monaten für Einschränkungen. Wer gehofft hatte, dass sich die Verkehrssituation in den kommenden Wochen entspannt, wird nun erneut enttäuscht: Mit der K24 bei Meinkenbracht kommt die nächste Vollsperrung hinzu – und diese soll voraussichtlich bis zum Jahresende andauern.
Die neue Sperrung trifft viele Pendler zusätzlich in einer ohnehin angespannten Verkehrssituation. Seit einigen Wochen gelten auf den Ortsdurchfahrten in Sundern, Hachen und Stemel großflächig Tempo-30-Regelungen. Zahlreiche Verkehrsteilnehmer meiden diese Strecke inzwischen bewusst, da sich die Fahrzeiten insbesondere zu Stoßzeiten spürbar verlängern. Auch unter Anwohnern wird die Maßnahme durchaus kontrovers diskutiert. Während die Geschwindigkeitsbegrenzung unter anderem der Lärmreduzierung dienen soll, wird von Kritikern angeführt, dass insbesondere Lastwagen bei niedriger Geschwindigkeit und entsprechend niedrigen Gängen teilweise sogar als lauter wahrgenommen werden. Hinzu kommt ein Zeitverlust von oftmals mehreren Minuten je Fahrt, was gerade für Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit, zu Terminen oder anderen wichtigen Verpflichtungen eine zusätzliche Belastung darstellt.
Mit der nun bevorstehenden Vollsperrung zwischen Obersalwey und Meinkenbracht werden die Ausweichmöglichkeiten nochmals eingeschränkt. Wer beispielsweise aus dem Raum Eslohe oder Obersalwey in Richtung Arnsberg unterwegs ist, hat faktisch nur noch die Wahl zwischen der Fahrt über Sundern mit den dortigen Tempo-30-Bereichen oder einer deutlich längeren Umfahrung über Wennemen oder Meschede und die Autobahn. Für viele Verkehrsteilnehmer dürften die kommenden Monate daher nochmals mehr Geduld erfordern.
Ab der 26. Kalenderwoche beginnen die umfangreichen Bauarbeiten an der Kreisstraße K24 zwischen Obersalwey ( Achtung: Abzweig Kapellchen nach Mainkenbracht. Abfahrt Sundern bleibt frei) und Meinkenbracht. Für die Dauer der Maßnahme wird die Strecke vollständig gesperrt. Die Fertigstellung des Projekts ist nach aktuellen Planungen erst zum Jahresende vorgesehen.
Für Verkehrsteilnehmer bedeutet dies konkret: Von Obersalwey aus ist Meinkenbracht künftig nicht mehr direkt erreichbar. Eine Anfahrt ist lediglich aus Richtung Linnepe und Grevenstein möglich. Der Durchgangsverkehr wird großräumig umgeleitet.
Hintergrund der Sperrung ist ein gemeinschaftliches Infrastrukturprojekt mehrerer Beteiligter. Der Hochsauerlandkreis übernimmt den Ausbau der Fahrbahn der K24 und optimiert gleichzeitig den Kurvenradius vor dem Ortseingang von Meinkenbracht. (Siehe Karte)
Parallel investiert die Stadt Sundern in den Neubau eines 2,50 Meter breiten Geh- und Radweges. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer deutlich zu verbessern. Innerhalb der Ortslage Meinkenbracht entstehen zudem eine neue Querungshilfe sowie Anpassungen an den vorhandenen Gehwegen. Auf Nachfrage bei der Pressestelle ist ein durchgehender Radweg nach Endorf die Logische erweiterung, aber derzeit nicht offizell geplant.
Auch die Stadtwerke Sundern nutzen die Baumaßnahme, um wichtige Arbeiten an der unterirdischen Infrastruktur durchzuführen. Geplant sind die Verlegung einer neuen Wasserleitung sowie eines neuen Abwasserkanals.
Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der umfangreichen Erdarbeiten sei eine Durchführung unter Vollsperrung unvermeidbar, teilen die Verantwortlichen mit. Landwirtschaftliche Flächen sollen für Anlieger weiterhin in Absprache mit der ausführenden Firma Hilgenroth erreichbar bleiben.
Insgesamt werden rund 1,2 Millionen Euro in das Projekt investiert. Die Maßnahme wird zusätzlich durch Fördermittel des Landes unterstützt.
Die Stadt Sundern, der Hochsauerlandkreis und die Stadtwerke Sundern bitten die betroffenen Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis. Ziel sei es, die Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur nachhaltig zu modernisieren und die Arbeiten bis zum Jahreswechsel abzuschließen.
Für die Bürgerinnen und Bürger der Region bleibt damit die Hoffnung, dass die zahlreichen Baustellen und Verkehrseinschränkungen am Ende tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung führen. Bis dahin heißt es jedoch einmal mehr: Umleitungen beachten, mehr Fahrzeit einplanen und die Nerven nicht verlieren.
