Polarlichter über Salwey: Seltenes Naturschauspiel am Sauerländer Himmel
Manchmal schreibt der Himmel Geschichten, die man hier bei uns fast nie zu sehen bekommt: In der Nacht von Montag auf Dienstag () leuchteten über dem Sauerland tatsächlich Polarlichter.
Viele Salweyerinnen und Salweyer staunten am Dienstagmorgen beim Blick in ihre Social-Media-Feeds nicht schlecht: „Polarlichter über Salwey!“ – dazu fantastische Aufnahmen, die in Windeseile geteilt wurden. Besonders eindrucksvolle Bilder stammen unter anderem von Manuela Gies-Fisch, Sabine Tilmmann, Niklas Deitmerg sowie vom Hobbyfotografen Benedikt Mathweis aus Isingheim.
Was war am Himmel zu sehen?
Gegen 23 Uhr zeigte sich das ungewöhnliche Leuchten vor allem in Richtung Nord-West: teils als rötliches Glimmen oder Bogen, teils mit feineren Strukturen. Viele bemerkten es zunächst nur schwach mit bloßem Auge – auf Fotos wirkte es oft deutlich kräftiger. Das ist typisch: Kameras (und Smartphone-Nachtmodi) „sammeln“ Licht länger und machen Farben sichtbar, die wir in der Dunkelheit nur abgeschwächt wahrnehmen.



Warum gab es Polarlichter ausgerechnet bei uns?
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen von der Sonne auf die Erde treffen. Normalerweise „fängt“ das Erdmagnetfeld diese Teilchen so ab, dass Polarlichter vor allem in hohen Breiten auftreten – also klassisch in Skandinavien oder Island.
In dieser Nacht war die Lage anders: Auf der Sonne kam es zuvor zu einem kräftigen Ausbruch, bei dem eine schnelle Teilchenwolke (Plasmawolke) in Richtung Erde geschleudert wurde. Als diese die Erde erreichte, löste sie einen starken geomagnetischen Sturm aus. Dadurch hat sich die Zone, in der Polarlichter auftreten (das sogenannte Aurora-Oval), weit nach Süden ausgedehnt – bis nach NRW und in die Mitte Deutschlands. Genau deshalb waren die Lichter auch über dem Sauerland sichtbar.
Warum „Nord-West“ und nicht genau „Norden“?
Von hier aus schaut man meist in Richtung des Bereichs, in dem das Polarlicht-Oval gerade am hellsten ist. In dieser Nacht lag der Schwerpunkt häufig eher über Nordsee/UK/Skandinavien – und das wirkt von Salwey aus schnell wie Nord-West. Zudem kann sich Polarlicht innerhalb von Minuten verändern: Es gibt Phasen, in denen es plötzlich deutlich heller wird – und genau diese Momente landen dann oft auf den spektakulärsten Fotos.
Selten – aber nicht unmöglich
Für Polarlichter in Deutschland muss vieles zusammenpassen: ein sehr starker Sonnenimpuls, die passende „Ausrichtung“ des Magnetfelds, klare Sicht – und am besten ein dunkler Standort. Daher ist so ein Ereignis bei uns eine echte Ausnahme. Umso schöner, dass in dieser Nacht viele zur richtigen Zeit nach oben geschaut (und schnell zur Kamera gegriffen) haben.
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